Pilgertag 2011

Pilgern auf historischen Pfaden

2. Pilgertag auf dem Eichsfelder Jakobusweg, organisiert vom Arbeitskreis Eichsfelder Jakobusweg im Verein für Eichsfeldische Heimatkunde, am Samstag, den 9. April 2011

Uder. Zum Auftakt nutzten die Pilger, die auch aus Orten außerhalb des Eichsfeldes angereist waren, den historischen Heerweg. Erforscht wurde er in einer Abitur-Seminarfacharbeit am Staatlichen Lingemann-Gymnasium in Heiligenstadt. Zur Pilgergruppe gehörte auch Steffen Rödiger, Deutsche Jakobusgesellschaft, Region Mitteldeutschland. Das „Tiefe Loh“ bot bei sonnigem Wetter mit seinem ersten Frühlingsgrün und freiliegenden Felsen an beiden Wegseiten ein besonders eindrucksvolles Naturerlebnis.
Siegfried Arand, einer der beiden Arbeitskreisleiter, führte die fast neunzigköpfige Pilgerschar und beschrieb den Verlauf des historischen Weges, welcher in Uder teilweise bebaut und in der Flur heute oft Acker ist. Weil Pilgern bekanntlich viel mehr ist als Wandern, hielten die Teilnehmer unterwegs zum Beten und Singen inne, in zwei Kirchen und auf einem historischen Friedhof.
Die katholische Kirche St. Leonhard in Birkenfelde war der erste Anlaufpunkt. Diakonatshelferin Margot Koch stellte das Gotteshaus vor und Irmtraud Otto gab einen spirituellen Impuls zum Thema Pilgern.
Auf der Streckenhälfte, unter den “Drei Kastanien“ mit Blick auf die Burg Hanstein bot der Wanderverein „Uderaner Wanderstiefel“ unter Leitung von Klaus Gümpel Bockwurst und Selbstgeschlachtetes an. Dieser Imbiss wurde von den Pilgern sehr gern angenommen.
In der Nähe von Oberstein stellte Arbeitskreismitglied und Klausenhof-Wirt Klaus Röhrig den alten Friedhof der Hansteiner vor und berichtete über die Geschichte der Güter Unterstein und Oberstein.
Nach über 15 Kilometer Marsch in Bornhagen angekommen, war die Rast auf der sonnigen Klausenhof-Terrasse mit frisch gebackenem Kuchen und Kaffee sehr erholsam.
Familie Röhrig – auch Ehefrau Manuela und Sohn Martin sind Mitglieder im Arbeitskreis –
stellte die erzielten Einnahmen sofort für die weitere Ausschilderung des Pilgerweges zur Verfügung.

Ökumenische Abschlussandacht


Die ökumenische Abschlussandacht, geleitet von der evangelischen Pfarrerin Katharina Lübke und dem katholischen Pfarrer Heinz-Josef Brodmann, vereinte alle Beteiligten in der erst kürzlich renovierten evangelischen Friedenskirche. Hierher waren auch Bornhagens Bürgermeister Mario Apel und Witzenhausens Bürgermeisterin Angela Fischer gekommen, Ortsvorsteher Klaus Dieter Hagedorn aus Werleshausen, Ortsvorsteher Karl Ernst Wedekamp aus Neuseesen sowie Katharina Althaus als Schirmherrin des Eichsfelder Jakobusweges.
Pfarrer Christfried Boelter, in der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland zuständiger Ansprechpartner der Arbeitsgemeinschaft Kirche und Tourismus, grüßte die Pilger und freute sich besonders über die ökumenischen Aktivitäten im katholischen Eichsfeld.
Arbeitskreisleiter Frank Kaufhold übergab den Staffelstab in Form eines Aufklebers mit einer Jakobusmuschel, als Symbol dafür, dass der Lückenschluss des Eichfelder Jakobusweges in Richtung Westen bis nach Medebach und Winterberg geplant und gestaltet wird. Bürgermeisterin Fischer erinnerte an die Zeit der Teilung Deutschlands und versprach, sich um die Fortführung der Ausschilderung zu kümmern. So kann der Jakobusweg, der die Menschen in Europa verbindet, auch hier in Hessen und Thüringen zum Pilgern einladen.

Frank Kaufhold
Arbeitskreisleiter Eichsfelder Jakobusweg


* Foto Martin Röhrig, Heerweg (3MB)



* Foto Martin Röhrig, Heerweg Wald (4MB)



* Foto Martin Röhrig, Hansteinblick (2MB)



* Foto Martin Röhrig, Auf dem Weg (3MB)



* Foto Martin Röhrig, Deutschlandkarte (2MB)



* Foto Martin Röhrig, Staffelstab1 (2MB)



* Foto Martin Röhrig, Staffelstab 2 (3MB)


 

 
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